Eine wesentliche Veränderung und Erleichterung hat sich für Kinder von Eltern die im Pflegeheim oder ähnlichen Einrichtung leben  durch das Angehörigenentlastungsgesetz ergeben.

Bisher war der Schreck oft groß, wenn die Eltern ins Alters- oder Pflegeheim kamen. Diese Situation konnte Kinder finanziell bedrohen, wenn die Sozialverwaltung die Heimkosten übernahm und nunmehr versuchte die Kosten bei den Kindern wiederzuholen. Die Rechtsprechung zur Unterhaltspflicht der Kinder gegenüber den Eltern war nahezu unverständlich. Mit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz wurde nunmehr festgesetzt, dass Kinder, deren Einkommen 100.000 € nicht überschreitet nicht vom Sozialhilfeträger in Anspruch genommen werden können.

Was aber bedeutet ein Einkommen von 100.000 €. Wie wird dies berechnet. Das Angehörigenentlastungsgesetz ändert § 94 SGB XII. Dieser verweist auf die Vorschriften des Einkommensteuergesetzes, hier §2 EStG und verwendet in § 16 SGB IV den Begriff der Summe der Einkünfte.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass nicht das Einkommen, welches man also Nettoeinkommen bezeichnet maßgeblich ist. Auch ist dieser Begriff nicht mit dem zu versteuernden Einkommen zu verwechseln. Vielmehr ist mit der Summe der Einkünfte das Bruttoeinkommen, also Einnahmen abzüglich Betriebsausgaben oder Werbungskosten ohne den Abzug der Sonderausgaben (Sozialversicherungsbeiträge, wie Rentenversicherung, Krankenversicherung) und ohne den Abzug der anfallenden Einkommensteuer zu verstehen. Besonderheiten gelten bei der Verrechnung von Verlusten der einzelnen Einkunftsarten.

Was gilt bei verheirateten Kindern.

Nur Kinder sind Ihren Eltern zum Unterhalt verpflichtet; nicht Schweigerkinder gegenüber gegenüber den Schweigereltern. Daher ist bei Eheleuten für jeden Ehegatten eine gesonderte Berechnung der maßgeblichen Summe der Einkünfte vorzunehmen. Nur wenn also die Summe der Einkünfte des Kindes alleine (ohne Einkünfte des Ehegatten) den Betrag von 100.000 € übersteigt kann die Sozialverwaltung Rückgriff auf die Kinder nehmen.