Für die Tätigkeit des Rechtsanwaltes fallen Kosten in Form sogenannter Gebühren an.

Die Höhe dieser Gebühren regelt das Rechtsawaltvergütungsgesetz  RVG.

Die Erstberatung:

Die Erstberatungsgebühr fällt an, wenn Sie sich für ein erstes Gespräch mit dem Anwalt zusammenfinden. Ort und Dauer des Gesprächs spielen dabei keine Rolle, also egal ob in den Kanzleiräumen oder am Telefon, ob wenige Minuten oder Stunden – die Erstberatungsgebühr fällt immer dann an, wenn sich der Anwalt erstmals mit Ihrem Fall befasst und dazu konkrete Auskünfte gibt. Entscheidend ist, dass die Erstberatung mündlich stattfindet.
Wird der Anwalts darüber hinaus aktiv, schreibt er also für Sie Briefe, fertigt er Kopien an oder studiert Unterlagen, so sind diese Tätigkeiten nicht in der Erstberatungsgebühr enthalten. Für diese sieht die Gebührentabelle des RVG bereits weitere Gebühren vor.

Wie bei allen anderen Kosten einer Rechtsberatung ist auch die Höhe der Erstberatungsgebühr im RVG reguliert.

Bei Verbrauchern beträgt diese bis zu 190,00 € zuzüglich Umsatzsteuer. Bei Unternehmern gilt eine solche Begrenzung nicht.

Geht die Angelegenheit weiter, also über die Erstberatung hinaus, so werden diese auf die Angelegenheit angerechnet.

Geschäftsbesorgung/ Prozessführung

Im Zivilrecht, einschließlich Familien- und Erbrecht fallen werden die Anwaltsgebühren  nach dem Gegenstandswert berechnet. Das heißt, dass die anfallenden Gebühren nach dem Wert berechnet werden, den das Gesetz der vom Anwalt bearbeiteten Angelegenheit zuweist. Die Höhe der Vergütung wird dabei nach den Vorschriften der 2, 13, 14, 22ff. RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz), gegebenenfalls in Verbindung mit den jeweils einschlägigen Regelungen zur Wertbestimmung in Gerichtsverfahren (z.B. Gerichtskostengesetz, Zivilprozessordnung, …), und dem Vergütungsverzeichnis zum RVG, bestimmt.

Einzelne beispielhaft aufgezählte Gegenstandswerte sind (im Regelfall, im Einzelfall Ausnahmen möglich):

  • Mangelbeseitigung bei einem Bauprojekt:     Notwendige    Kosten der Mangelbeseitigung
  • Geldforderungen: In Höhe der Forderung
  • Mietminderung (Wohnraum): Das 1 2-fache der monatlichen Mietminderung Kündigung/Räumung (Wohnraum): Das 1 2-fache der monatlichen Miete ohne Nebenkosten
  • Sorgerecht 3.000 €
  • Scheidung (3faches monatliches Nettoeinkommen der Ehegatten zuzüglich 5 % des positiven Vermögens über Freigrenze)+ 10 % pro Versorgungsanwartschaft

Sofern sich der Gegner in Verzug befindet sowie bei deliktischen Ansprüchen sind die Rechtsanwaltsgebühren grundsätzlich vom Gegner zu tragen. Können diese nicht beim Gegner beigetrieben werden, sind die Rechtsanwaltsgebühren von der Mandantschaft zu bezahlen.

Daneben gibt es noch Rahmengebühren, die zumeist im Verwaltungs-, Sozial- oder Strafrecht zur Anwendung kommen. Sollte dies der Fall sein, informieren wir Sie hierüber gerne im Gespräch.